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Schweinegrippe — zwischen Panikmache und Nüchternheit
Noch in der vergangenen Woche klang es so, als stünde die Ukraine aufgrund der Schweinegrippe kurz vor dem Ausnahmezustand. Anfang dieser Woche wurde alles relativiert. Viktor Juschchenko, Präsident des Landes, sprach mit einem Mal davon, dass die Krankheit in der Ukraine nicht schlimmer sei als anderswo und Regierungschefin Julia Timoschenko sprach davon, dass die Situation weniger schlimm sei als von Behörden und Medien dargestellt. Teils sei von hunderttausenden oder gar Millionen von erkrankten Menschen die Rede gewesen. Die konkreten Zahlen sehen wohl weitaus nüchterner aus: Nach Julia Timoschenko soll es derzeit in der Ukraine 32.448 Menschen geben, die an irgendeiner Form der Grippe erkrankt sind, und wohl nur 65 nachgewiesene Schweinegrippe-Fälle. An der Schweinegrippe seien bisher vierzehn Menschen in der Ukraine gestorben.
Die Situation in der Ukraine zeigt, wie sehr der Umgang mit Pandemien zwischen nüchterner Einschätzung und Panikmache pendelt. In Deutschland äusserte sich dazu etwa die Virologin Barbara Gärtner, ein Mitglied im Pandemie-Team des Robert-Koch-Instituts, im Interview mit der Saarbrücker Zeitung. Man schwanke derzeit zwischen „grosser Sorge und Gelassenheit“, sagte sie im Interview. Sie selbst habe im Sommer noch an die Harmlosigkeit der Schweinegrippe geglaubt, sei sich nun aber nicht mehr so sicher. Sie rät zur Impfung gegen die Krankheit.
