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Artikel-Schlagworte: „Impfstoff“

Pandemrix, Focetria und Celtura — drei Impfstoffe im Kurz-Vergleich

Celtura heisst der dritte in der Schweiz zugelassene Impfstoff gegen die Schweinegrippe. Er kann jetzt neben den bereits zugelassenen Impfstoffen Pandemrix und Focetria für Impfaktionen verwendet werden. Alle drei Impfstoffe basieren auf winzigen Teilen von H1N1-Virenhüllen, aus denen die für den Impfstoff verwendeten Viren gezüchtet werden. Sie zählen damit zu den so genannten Teilpartikel-Impfstoffen. Ihnen gegenüber stehen Impfstoffe wie Celvapan, bei denen komplette Virenhüllen für die Züchtung der bei der Impfung verwendeten Viren genutzt werden. Im Prinzip geschieht beim Impfen stets dasselbe: Virenteile oder abgeschwächte Viren werden in den Körper injiziert, sodass der Körper angeregt wird, Antikörper gegen das Virus zu bilden. Falls später echte Viren in den Körper gelangen, ist der Körper dann schneller in der Lage, die Viren wirksam anzugreifen.

Alle drei nun in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe sind Impfstoffe mit Adjuvantien (Wirkungsverstärkern). Die sollen das Immunsystem reizen und anregen und so eine Impfung mit weniger Impfstoff ermöglichen. Wirkungsverstärker stehen teils jedoch in der Kritik, weil sie möglicherweise die Nebenwirkungen einer Impfung steigern. Der wesentliche Unterschied zwischen Pandemrix und Focetria auf der einen und Celtura auf der anderen Seite liegt in der Art und Weise, wie die benötigten Viren gezüchtet werden. Sowohl bei Pandemrix als auch bei Focetria werden die benötigten Viren in Hühnereiern gezüchtet. Das bedeutet, dass etwa Menschen mit einer Eiweiss-Allergie auf diese Impfstoffe verzichten sollten. Celtura ist dagegen ein Impfstoff, dessen Wirkstoff auf Zellkulturen gezüchtet wird und der damit auch für Eiweiss-Allergiker geeignet ist.

Impfstoff-Freigabe und Impfen — kontroverse Diskussionen

Wissenschaftler wie der Immunologe Beda Stadler kritisieren die schweizerische Zulassungsstelle für Arzneimittel und werfen ihr bürokratisches Gehabe vor. Stadler ist nicht der einzige Kritiker an der Institution. Tatsächlich gab es etwa für den Wirkstoff Pandemrix in der EU bereits im Mai einen Antrag auf Zulassung, während dieser Antrag in der Schweiz erst im August lief. Nach Angaben der Swissmedic-Präsidentin Christine Beerli gegenüber der Basler Zeitung habe ihre Organisation jedoch einfach mehr zu prüfen gehabt. Die damalige Entwicklung der Krankheit in der Schweiz habe zudem eine Verkürzung des Verfahrens nicht notwendig gemacht. Kritiker wie Stadler lassen diese Einwände wohl eher nicht gelten. Sie äussern auch Unverständnis gegenüber der Tatsache, dass der neue Novartis-Impfstoff Celtura in Deutschland bereits zugelassen ist, nicht jedoch in der Schweiz. Celtura ist ein Impfstoff, der nicht auf der Basis von in Eiern gezüchteten Viren produziert wird und daher auch für Menschen mit Eiweiss-Allergie geeignet ist.

Derweil mehren sich in der Schweiz auch Stimmen, die sich komplett gegen die Impfaktion aussprechen. So verweist der Schweizerische Verein Homöopathischer Ärzte (SVHA) auf den bisherigen harmlosen Verlauf der Schweinegrippe und hält die Wirkungsverstärker in den zugelassenen Impfstoffen Focetria und Pandemrix für problematisch, da sie aus Sicht des Vereins zu heftigen Nebenwirkungen führen können. Zu den klassischen Impfverweigerern gehört laut Marc Müller, dem Präsidenten des Berufsverbandes der Haus- und Kinderärzte, das schweizerische Pflegepersonal. Müller nannte diese Gruppe in der Basler Zeitung „traditionell impfresistent“, obwohl Pfleger und Krankenschwestern eine Risikogruppe bilden.

Tests mit Schweinegrippe-Impfstoff laufen an

Laut Bundesregierung sollen im Herbst 25 Millionen Menschen in Deutschland gegen das Schweinegrippe Virus geimpft werden. Der Impfstoff befindet sich jetzt in der Testphase.

Mehr als drei Monate nach dem Ausbruch der Schweinegrippe beginnt jetzt die Testphase für den entwickelten Impfstoff gegen das H1N1 Virus. Dabei werden die Wirksamkeit und die Verträglichkeit bei Erwachsenen und bei Kindern getrennt untersucht. Das Klinikum der Universität München koordiniert die Studie an den Erwachsenen und die Uniklinik Mainz ist federführend für die Untersuchung bei Kindern.  Die Zusammensetzung des Impfstoffs der Firma Novartis ist ähnlich wie bereits erfolgreiche Impfstoffe gegen Grippe, die auf der Basis von Zellkulturen entwickelt wurden. Die ersten Ergebnisse dieser Studien können frühestens nach 43 Tagen ausgewertet werden, wird der Impfstoff zugelassen könnte die Massenimpfung schon ab Mitte Oktober stattfinden. Ein Impfstoff, der nach einem anderen Verfahren entwickelt wurde und ursprünglich für die Vogelgrippe vorgesehen war, wird ebenfalls mit Hochdruck entwickelt. Dieser ist bereits zugelassen, hier werden nach dem Mock-Up-Verfahren nur die Erreger ausgetauscht, ein neues Zulassungsverfahren ist nicht notwendig.

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Kritiker warnen vor Schweinegrippe Massenimpfung

Während Impfexperten am Liebsten die gesamte Bevölkerung gegen die Schweinegrippe impfen lassen wollen, finden Gegner von Impfungen das verantwortungslos. Hans Binz, Vizepräsident der eidgenössischen Impfkommission möchte eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent erreiche, um die Schweinegrippe zu bekämpfen und verweist dabei auf die Personen, die sich selbst nicht schützen können.

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Der Irrtum der Pharmamultis

Es hat sich leider zum Nachteil für die Bevölkerung in der Schweiz herausgestellt, dass die Schweinegrippe sich schneller ausbreitet als gedacht. Somit kann davon ausgegangen erden, dass die geforderten Impfstoffe nicht ausreichen werden. Die pharmazeutische Industrie steht nun im Kreuzfeuer der Kritik, denn ob sie liefern kann, steht noch nicht hundertprozentig fest.

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