WHO: Schweinegrippe wird weitere Tote fordern
Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor einer starken Zunahme der Verbreitung der sogenannten Schweinegrippe in den nächsten Monaten. Die WHO befürchtet dabei auch eine erhöhte Anzahl von Todesopfern.
Shin Young Soo, WHO-Direktor der Region Westlicher Pazifik, rechnet in bestimmten Gegenden mit einer Verdoppelung der Fallzahlen alle drei bis vier Tage. Wie er auf einer Tagung in Peking bekannt gab, stehe fest, dass in nächster Zukunft mehr Fälle der Erkrankung und mehr Tote auftreten werden. Daher fordert er schnelles und entschlossenes Handeln der Regierungen, besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern, deren Gesundheitsorganisationen nicht auf eine solche Epidemie vorbereitet sind. Hier drohe eine besonders drastische Zunahme der Fallzahlen. Auf Grund der raschen Verbreitung hat die WHO die durch den Erreger H1N1 hervorgerufene Influenza inzwischen zu einer globalen Seuche erklärt und eine Pandemie-Warnung herausgegeben.
Erstmals wurde der Erreger nun auch bei anderen Lebewesen als Menschen oder Schweinen nachgewiesen. In Chile trat er bei Truthennen auf. Die chilenische Landwirtschaftsbehörde sieht durch das Auftreten der Krankeit auf zwei Farmen jedoch derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung. Ein Grund, auf Putenfleisch zu verzichten, besteht nach Meinung der Behörde nicht.
Der derzeit verbreitete H1N1-Subtyp wird sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragen und verursacht typische Grippebeschwerden wie Fieber, Husten, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit, je nach Patient auch andere Erkältungssymptome wie Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

