Tests mit Schweinegrippe-Impfstoff laufen an
Laut Bundesregierung sollen im Herbst 25 Millionen Menschen in Deutschland gegen das Schweinegrippe Virus geimpft werden. Der Impfstoff befindet sich jetzt in der Testphase.
Mehr als drei Monate nach dem Ausbruch der Schweinegrippe beginnt jetzt die Testphase für den entwickelten Impfstoff gegen das H1N1 Virus. Dabei werden die Wirksamkeit und die Verträglichkeit bei Erwachsenen und bei Kindern getrennt untersucht. Das Klinikum der Universität München koordiniert die Studie an den Erwachsenen und die Uniklinik Mainz ist federführend für die Untersuchung bei Kindern. Die Zusammensetzung des Impfstoffs der Firma Novartis ist ähnlich wie bereits erfolgreiche Impfstoffe gegen Grippe, die auf der Basis von Zellkulturen entwickelt wurden. Die ersten Ergebnisse dieser Studien können frühestens nach 43 Tagen ausgewertet werden, wird der Impfstoff zugelassen könnte die Massenimpfung schon ab Mitte Oktober stattfinden. Ein Impfstoff, der nach einem anderen Verfahren entwickelt wurde und ursprünglich für die Vogelgrippe vorgesehen war, wird ebenfalls mit Hochdruck entwickelt. Dieser ist bereits zugelassen, hier werden nach dem Mock-Up-Verfahren nur die Erreger ausgetauscht, ein neues Zulassungsverfahren ist nicht notwendig.
Der Impfstoff wird auf Nebenwirkungen getestet
Neben der Verträglichkeit bei Erwachsenen und Kindern wird im Rahmen der Studie auch geprüft, ob der Impfstoff die körpereigenen Abwehrkräfte anregt und damit gegen eine Ansteckung Schutz bieten kann. Die zu erwartenden Nebenwirkungen sind nicht anders als die bei den bisher bekannten Impfstoffen gegen Grippe. So wird es in einigen Fällen nach der Impfung zu Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle, die mit geringen Schmerzen verbunden sein können, kommen. Verhärtungen und Schwellungen der Lymphknoten wird es nur in Ausnahmefällen geben.
Einige Mediziner hatten öffentlich im Spiegel Kritik an den geplanten Massenimpfungen geübt und bemängelt, dass die Sicherheitstests nicht ausreichen würden, was einem Großversuch an der gesamten Bevölkerung gleichkäme. Sie vertreten die Auffassung, dass eine Massenimpfung aufgrund der geringen Anzahl der Fälle und den bisher relativ milden Verläufen der Schweinegrippe nicht notwendig sein würde.
Nach bisherigen Informationen des Robert-Koch-Instituts haben sich 6.800 Menschen mit dem Virus infiziert, aufgrund der vielen Urlaubsrückkehrer ist die Zahl in den letzten Wochen drastisch angestiegen. Bedenklich sei, dass die Hälfte der bisherigen Todesfälle junge Menschen ohne jegliche Vorerkrankungen betrifft.

