Schweinegrippe: EU rechnet mit vielen Toten
Im Herbst des laufenden Jahres rechnet die Europäische Union mit einem rasanten Anstieg von Schweingrippeopfern. Man geht von einer Anzahl von mindestens einer Million mit vielen Todesopfern aus. Der EU-Politiker von Leinen betont, dass wir einen Impfstoff schnellstmöglichst benötigen, aber die Impfstoffhersteller vertrösten immer wieder. Eigentlich sollte das Serum bereits im September zur Verfügung stehen. Zwischenzeitlich wurden neue Termine für die Bereitstellung bekannt gegeben. Zum jetzigen Stand wurden die Monate Oktober bzw. November als Endtermine benannt. Diese Termine sind beim jetzigen Wissenstand über die Gefährlichkeit der Schweinegrippe auf jeden Fall viel zu spät. Der Impfstoff muss schneller auf den Markt kommen. Nach inoffiziellen Mitteilungen sollen vorbeugend 150 Millionen Europäer mit einem noch in der Entwicklung befindlichen Impfstoff gegen das Virus H1N1 versorgt werden. Es wird wird geschätzt, dass allein innerhalb der EU 2,5 bis 3 Millionen Euro für diesen Impfstoff einer Massenimpfung entstehen.
Von Leinen betont, dass die Schweinegrippe zum Testfall für die Solidarität unter den EU-Ländern wird. Ein Problem besteht darin, dass nur wenige Pharmahersteller in Deutschland, Großbritannien und Frankreich diesen wichtigen Impfstoff überhaupt herstellen können und im anderen darin, dass verschiedene EU-Mitglieder, die schon so finanziell große Probleme haben und kurz vorm Zusammenbruch stehen, nicht in der Lage sind, die notwendige Menge an Impfstoffen zu bezahlen. Von Leinen fordert eine stufenweise Vorsorgung mit dem Impfstoff. Es muss gewährleistet werden, dass Risikogruppen wie Krankenhauspersonal, Polizei, Schwangere, Kinder und Jugendliche in allen Ländern Europas bevorzugt bedacht werden. Es darf nicht sein, dass ein Land, welches zuerst bestellt und bezahlt, den Impfstoff bevorzugt erhält. Im Gegenteil muss es so sein, dass Gegenden, wo die größte Not herrscht, auch am schnellstens mit der größten Menge Impfstoff beliefert werden.
Laut Aussage des Politikers plant die EU nach der Sommerpause einen Sondergipfel der Gesundheitsminister. Hier soll eine Strategie zur Bekämpfung der Schweinegrippe festgelegt werden. Es besteht die Gefahr, dass sich das Virus im Herbst mit anderen Viren kombiniert. In diesem Fall muss mit noch viel größeren Auswirkungen des im Moment noch relativ milden Krankheitsverlaufs gerechnet werden. Dieses Problem bereitet bereits jetzt den Experten ein großes Kopfzerbrechen.

