Soll man Babys gegen Schweinegrippe impfen?
Der neuartige Typus des Schweinegrippe-Erregers breitet sich immer weiter aus. Mittlerweile sind fast alle europäischen Staaten davon betroffen. Gesundheitsbehörden raten zu penibler Hygiene und der Vermeidung von Menschenansammlungen. Sogar auf das obligatorische Händeschütteln soll in diesen Tagen lieber verzichtet werden. All diese Ratschläge sind von Erwachsenen leicht zu befolgen, doch viele Eltern sind um ihre Sprösslinge besorgt. Die Diskussion um das Impfen von Kleinkindern und Babys ist daher in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Herr Dr. Erlinger ist Mitglied im Pandemiestab des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich. Nach seinen Angaben verteilt der Bund die Impfstoffdosen. Allerdings hat dieser noch keine genaueren Angaben zum vorliegenden Fall gemacht.
Nach Herrn Dr. Erlinger ist der Krankheitsverlauf bei Kindern sehr unterschiedlich. Die meisten werden schnell wieder gesund und überstehen die Infektion wie eine normale Grippe. Bei anderen ist der Verlauf jedoch kritisch. Viele Eltern befinden sich in dem Glauben, eine möglichst frühe Ansteckung mit dem Erreger würde die Chance auf einen umkomplizierten Verlauf erhöhen. Ähnlich wie bei Windpocken veranstalten sie daher richtige Parties, auf denen sich die Kinder untereinander anstecken sollen. Herr Dr. Erlinger rät strikt von solchen Aktionen ab, da nicht einmal bewiesen ist, ob die Krankheit im frühen Kindesalter milder verläuft als bei Erwachsenen.
Der Experte ist außerdem der Ansicht, dass man Kindern nicht über einen längeren Zeitraum im Haus behalten sollte. Ein Spielen in der freien Natur ist für die Entwicklung weitaus wichtiger als die sowieso geringe Chance einer Ansteckung strikt zu vermeiden. Eltern, die ihre Kinder nicht einsperren möchten, greifen häufig auf Schutzmasken zurück. Die Kleinen behalten diese jedoch in den wenigsten Fälle auch auf, so dass sie keinen adäquaten Schutz bieten. Herr Dr. Erlinger schlägt stattdessen eine Verkleinerung der Gruppen in Kindergarten und Krippe vor, so würde die Gefahr einer Ansteckung minimiert werden. Ist ein Kind jedoch erst einmal erkrankt, so ist es schwer, die restlichen Familienmitglieder vor einer Infektion mit dem neuen Virustyp zu bewahren. Schließlich können Eltern ihre kranken Kinder nicht sich selbst überlassen. Doch zumindest Geschwister können auf Abstand gehen, während die Erwachsenen sich mittels regelmäßigen Händewaschens sowie Atemschutzmasken vor einer Ansteckung gut schützen können.

