Virologe warnt vor riesiger Welle bei Schweinegrippe
Der Virologe Alexander Kekule rechnet für die Zukunft mit einem drastischen Anstieg der Infektionen mit Schweinegrippe, geht aber nicht davon aus, dass sich die Erreger der Vogel- und der Schweinegrippe miteinander vermischen werden.
Bereits in den kommenden Wochen, wenn immer mehr Menschen von ihrem Auslandsurlaub zurückgekehrt sind, werden die Infektionen stark zunehmen. Der Spiegel berichtete außerdem, dass es um die Schweingrippe Impfung und die damit verbundene Impfaktion chaotisch zugehe, da der organisatorische Ablauf nach wie vor nicht geklärt ist.
Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ vom Samstag ließ Kekule verlauten, dass er nicht davon ausgehe, dass die Erkrankungen an Schweinegrippe für die Betroffenen lebensbedrohlich werden würden, weil auch bisher glücklicherweise fast alle Erkrankungen relativ harmlos seien. Die Warnungen der Weltgesundheitsorganisation, dass sich der Schweinegrippe-Virus zu einem so genannten „Killer-Virus“ entwickeln könnte, bestätigt sich bislang nicht.
Hauptgrund für die schnelle Ausbreitung des Virus ist die Ferienzeit und in den Urlaubsgebieten treffen viele Menschen aus den verschiedensten Ländern aufeinander und in Diskotheken oder Flugzeugen und Reisebussen findet der Virus ideale Bedingungen vor, um sich so rasant auszubreiten.
Auch der Gesundheitsminister von Hessen erklärte in der „Wirtschaftswoche“, dass die eingetretene Entwicklung nicht mehr zu stoppen sei, der Schweinegrippenvirus sei bereits überall. Einzig und allein die geplante Schutzimpfung kann die weitere Ausbreitung verhindern. Wichtig ist, dass jetzt nicht panisch reagiert werde. Das Virus ist zwar hochansteckend, aber medizinisch kontrollierbar. Sollte der Impfschutz im September auf den Markt kommen, werden zuerst die Ärzte und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen sowie Chroniker geimpft, andere Menschen erst danach.
Als problematisch bei der vorgesehenen Impfaktion sehen Spiegelredakteure, dass die gesetzlichen Krankenkassen chronisch Kranke über ihren Anspruch auf die Schutzimpfung informieren müssen, die aber gar nicht alle Daten zu den Chronikern haben. Bisher sei auch noch nicht geklärt, was mit den Menschen passiert, die nicht krankenversichert sind, weil der Impfanspruch durch eine Bescheinigung der Kasse nachgewiesen werden muss. Dazu kommt der drohende Streit über die Kosten der Impfaktion, die nach bisherigen Berechnungen 14 Euro pro Person kosten, wenn die Aktion von den Gesundheitsämtern koordiniert werden würde. Aber alle diese Fragen sind ebenso wie die Verantwortung für die Lagerung und den Transport des Impfstoffes, sind noch nicht geklärt.

