Tamiflu ab Samstag kassenpflichtig
Wie die „SonntagsZeitung“ berichtete, wird das Grippemittel Tamiflu ab dem 01. August 2009 kassenpflichtig. Das BAG hat mittlerweile den Zeitungsbericht bestätigt. Ebenso sollen auch die Kosten für die erwartete Schutzimpfung gegen die Schweinegrippe von den Kassen übernommen werden. Befürchtungen, dass sich das auf die Höhe der zuzahlenden Prämien auswirken könnte, hat Santesuisse zurückgewiesen.
Ein Sprecher des Bundesamtes für Gesundheit bestätigte, dass die Kassenpflicht ab 01. August eintritt. Genau zu diesem Termin übernehmen die Krankenkassen bei ausgewählten Risikogruppen die Kosten für das Arzneimittel Tamiflu. Dazu gehören Patienten, die im Spital wegen der Grippe behandelt werden, chronisch kranke Menschen, die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, kleine Kinder und Menschen, die älter als 65 Jahre sind.
Für Schwangere und Kleinkinder bis zu einem bestimmten Alter werden die Kosten nicht übernommen, weil das Medikament für diesen Personenkreis von Swissmedic nicht zugelassen ist.
Ebenfalls übernommen werden sollen dann auch die Kosten für den Impfstoff, wobei aber noch immer nicht geklärt ist, wann die 13 Millionen Dosen Impfstoff, die der Bund bei den Pharmaherstellern Novartis und GlaxoSmithKline bestellt hat, überhaupt geliefert werden. Dieser Impfstoff kostet insgesamt 84 Millionen Franken. Das Bundesamt für Gesundheit hofft darauf, dass die Lieferung bis zum Herbst erfolgt. Spekulationen, dass es zu einem Engpass kommen könnte und die Schweiz den Impfstoff nicht vorrangig erhalten könnte, wurden strikt zurückgewiesen.
Der Krankenkassenverband Santesuisse bestätigte inzwischen, dass bezogen auf die Präpandemie-Impfung entsprechende Verträge mit der Gesundheitsdirektorenkonferenz geschlossen wurden, in denen auch die Entschädigung geregelt ist. Es ist geplant, dass die Kantone so genannte Massenimpfungen organisieren. Dadurch würde das Ganze kostengünstiger und viel effizienter, als wenn jeder Patient einen Arzt aufsuchen müsste.
Aber alle diese Maßnahmen werden nicht dazu führen, dass es zu einer Erhöhung der Prämien bei den Krankenversicherungen kommt. Das Bundesamt für Gesundheit rechnet mit Kosten von etwa 400 Millionen Franken. Da zurzeit aber der Verlauf der Grippe relativ mild ist, wird nicht mit den maximalen Zahlen gerechnet.

