Kantone müssen Pandemiepläne checken
Nach wie vor ist das Thema „Schweinegrippe“ auch in der Schweiz allgegenwärtig, jetzt meldete sich Carlo Conti von der Gesundheitsdirektorenkonferenz des Landes zu Wort. Der Versuch, die Bevölkerung zu beruhigen und das Thema zu entschärfen war unübersehbar. Gleichzeitig zeichnete Conti aber auch ein realistisches Bild möglicher Folgen der Seuche. Eine aktuelle Überprüfung und Aktualisierung der bereits bestehenden so genannten Pandemiepläne gegen die Schweinegrippe sei unumgänglich. Darüber hinaus rief Conti alle Schweizer Kantone dazu auf, sich Gedanken über verschiedene Notfallpläne und eine landesweite Koordination dieser Pläne zu machen.
Auf Skepsis stießen dagegen die Überlegungen von Pietro Vernazza, einem in St. Gallen ansässigen Viren- und Bakterienforscher zum gleichen Thema. Nach seinen Ausführungen sind alle der 26 Kantone des Landes auf eine Ausbreitung der Schweinegruppe vorbereitet. Es seinen ausreichend Impfstoffe und Gegenmittel vorrätig, so dass man selbst einem vorübergehenden Ansteigen der Infektionsfälle ohne Panik entgegensehe.
Die aktuelle Zahl der mit der Schweinegrippe infizierten Personen in der Schweiz wird mit 220 angegeben, wobei sich der größte Teil (180 Personen) außerhalb des Landes infiziert haben, so die neuesten Angaben des „Nationalen Bundesamtes für Gesundheit“. Bei dieser Gelegenheit wurde auch bekanntgegeben, dass eine „Kombi – Impfung“, also der gleichzeitige Schutz vor der „klassischen“ Grippe und der Schweinegrippe leider nicht möglich sei. Der Schutz vor den beiden Grippearten müsse separat erfolgen, da ein kombinierter Wirkstoff nicht zur Verfügung stehe. Allerdings gäbe es noch keine Erkenntnisse darüber, ob beide Impfungen zeitnah erfolgen können und inwieweit die beiden Wirkstoffe kompatibel sein. Derartige Forschungen seine noch nicht abgeschlossen, man arbeite aber mit dem gebotenen Hochdruck an den Ergebnissen.
Im Schweizer Radiosender „Radio DRS“ kam Patrick Mathys zum gleichen Thema zu Wort, ebenfalls einer der führenden Köpfe beim „Nationalen Gesundheitsamt“. Er versicherte in einem Interview, dass seine Behörde unverzüglich entsprechende Richtlinien und Hinweise veröffentlichen wird, sobald gesicherte Erkenntnisse über die Verträglichkeit der beiden Impfstoffe vorliegen. Gleichzeitig warnte Mathys vor übereilten Einschätzungen in dieser Richtung, da ein zeitlicher Zusammenhang der „klassischen“ Grippe mit der Schweinegrippe noch nicht erwiesen sei. Außerdem ziehen die Wissenschaftler auch die Möglichkeit in Betracht, dass das Schweinegrippevirus beim Zusammentreffen mit der saisonalen Grippe dominant sein könnte, wodurch die einfache Grippe nicht mehr zum Ausbruch käme.

