Erster Schweinegrippe Toter auf Mallorca
Eine 33jährige Nigerianerin ist auf der spanischen Ferieninsel Mallorca an der Schweinegrippe gestorben. Mallorca gilt gerade in der Hochsaison als eines der beliebtesten Reiseziele für Schweizer Mittelmeerurlauber. Kein Grund zur Panik, doch Grund genug für einen kurzen Leitfaden, der erklärt, was Sie über die Mexikogrippe wissen sollten.
Worum geht es? Bei der Mexikogrippe oder fälschlicherweise als Schweinegrippe bezeichneten Erkrankung beim Menschen geht es sich um eine Infektion mit Influenza-A-Viren vom Subtyp H1N1. Im April 2009 tuachte er erstmals in Mexiko und den Vereinigten Staaten auf. Diese grippeartige Erkrankung des Menschen wird von einem neuen, mutierten Virus ausgelöst, das vom Schweinevirus abstammt.
Was passiert? Die klassischen Schweineviren lösen beim Menschen kaum eine Erkrankung aus. Allerdings trat im April 2009 der neue H1N1-Subtyp auf. In Mexiko erkranken viele Menschen, einige von ihnen starben an der Viruserkrankung. Die Schweinegrippe ist daher auch unter dem Namen Mexikogrippe bekannt. Das Neue und Gefährliche an diesem Erreger ist, dass er durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch direkt übertragbar ist und sich schnell ausbreiten kann.
Wie wurde reagiert? Der Virus ist bereits weltweite verbreitet. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Mexikogrippe als Pandemie einstuft. Das bedeutet: globale Seuche mit höchster Warnphase 6. Bisher traten die meisten Ansteckungen auf dem amerikanischen Kontinent auf, vorwiegend in den USA und in Mexiko. Die höchste Pandemie-Warnstufe bedeutet nicht, dass das Virus gefährlicher geworden ist und mehr Todesfälle auftreten, sondern dass sich die Krankheit weltweit ausbreitet, auch wenn die meisten Erkrankungen mild verlaufen. Die Ansteckungszahlen sind zwar hoch, aber der Großteil der Fälle verläuft harmlos und braucht keine Behandlung. Die Feststellung der Pandemie durch die WHO führt im allgemeinen dazu, dass der Produktion von Grippemedikamenten eine hohe Priorität eingeräumt wird. Im gleichen Maße bemühen sich die Regierungen verstärkt um eine Eindämmung der Epidemie. Die Erhöhung der Pandemiestufe auf 6 führt dazu, dass die einzelnen Länder ihre eigenen Warnsysteme anpassen und entsprechend ihren Pandemieplänen Maßnahmen in die Wege leiten. Auch die Schweiz hat einen Nationalen Pandemieplan, der im Falle einer ausbrechenden Seuche regelt, was zu tun ist. Die Kantone checken bereits ihre Pandemiepläne, dazu zählt auch, dass Pharmagroßhandel und die Apotheken präventive Maßnahmen ergreifen.
Was tun? Einige existierende Grippemedikamente sind gegen das Virus wirksam. Die Entwicklung einer Grippeschutzimpfung, die vor dem neuen Erreger schützt, ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Auch eine kombinierte Impfung gegen Schweinegrippe und die saisonale Grippe wird noch diskutiert. Das Bundesamt für Gesundheit in Bern (BAG) wartet im Moment noch den Abschluss der gerade laufenden Studien zur besten Impfpraxis ab, bevor Empfehlungen von offizieller Stelle abgegeben werden. Angesichts der aus den betroffenen Staaten eingeschleppten Infektionen und den inzwischen auch in der Schweiz aufgetretenen Erkrankungen, steigt die Bedeutung der persönliche Hygienemaßnahmen (wie z.B. häufiges Händewaschen), in besonderen bei Kontakten zu Reiserückkehrern. Grippeviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Niesen und Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und so weiterverbreitet werden.
Und im Urlaub? In der Schweiz sind aktuell 220 Erkrankungen bekannt. 180 Bürger haben sich auf Auslandsreisen angesteckt. Gerade die lockere Ferienstimmung darf nicht dazu verleiten, Standard-Hygienemaßnahmen zu vernachlässigen. Aus fremden Gläsern zu trinken, sollte ebenso tabu sein, wie Bussis für Fremde in Feierlaune. Trotz Alkoholkonsum und von der Sonne des Südens aufgeheizter Stimmung, sollten Urlauber einen klaren Kopf bewahren. Reisewarnungen für bestimmte Länder hat das BAG aktuell nicht erlassen. Detaillierte Informationen zu Hygiene-Empfehlungen bei Auslandsreisen sind unter diesem Link zu finden.

