Doppelinfektionen und deren Folgen
Ein neuer und nicht ungefährlicher Grippevirus reist seit geraumer Zeit problemlos um den Globus und lässt sich nicht aufhalten. Dabei beschäftigen die Schweinegrippe und damit verbundene, schwerwiegende Risiken viele Forscher und Mediziner nicht erst seit heute. Zwar verläuft diese Krankheit im Allgemeinen nicht so schwer wie anfänglich befürchtet, trotzdem kann es bei einer Doppelinfektion zu einem schweren, gefährlichen Krankheitsverlauf kommen.
Doch was ist die so genannte „Schweine-Influenza“ eigentlich?
Normalerweise ist die Schweinegrippe in ihrer Ursprungsform eine Atemwegserkrankung bei Schweinen und wird durch Grippeviren des Typs A ausgelöst. Diese Erkrankung ist bei diesen Tieren recht häufig anzutreffen, verläuft aber in den seltensten Fällen tödlich. Bei der im Moment auftretenden Form dieser Infektionskrankheit, die auch bei Menschen auftritt und höchst ansteckend ist, handelt es sich um den Subtyp A/H1N1. Sein genetisches Material stammt nach Forschungsergebnissen von Schweinen, Vögeln und Menschen und hat dabei zu einer so genannten Durchmischung der Gene geführt. Dieser Virus wurde im April 2009 an zwei Patienten entdeckt, die in den USA unabhängig von einander erkrankten. In der Schweiz gibt es bis jetzt 220 Krankheitsfälle, bisher zum glücklicherweise alle ohne Todesfolge.
Der Krankheitsverlauf beginnt dabei in der Regel wie bei jeder anderen Grippeinfektion auch mit plötzlich auftretendem Fieber, Husten, Atemproblemen sowie Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Vereinzelt kann es ebenfalls zu Erbrechen und Durchfall kommen. Bei Menschen und Tieren beträgt die Inkubationszeit ein bis vier Tage. Zur Behandlung wird derzeit ein Medikament eingesetzt, dass die Grippeviren lokal isoliert und damit eine Ausbreitung von Zelle zu Zelle verhindert. Bei einigen erkrankten Personen haben eine zusätzlich auftretende Lungenentzündung und das Versagen der Atemwegsfunktionen schließlich zum Tod geführt. Diese Art der Influenza ist auch in der Lage, chronische Erkrankungen drastisch zu verstärken.
Schon allein ist diesem Grund ist es natürlich mehr als ratsam, geeignete Vorsichtsmaßnahmen gegen eine mögliche Ansteckung zu treffen. Wie bei jeder anderen „normalen“ Grippe auch, zählt hierzu in erster Linie häufiges und vor allem gründliches Händewaschen. Danach sollten die Hände möglichst mit einem Einmal-Handtuch abgetrocknet werden. Hände weg vom Gesicht! Händeschütteln und „leider“ auch Küssen sollte grundsätzlich unterlassen werden. Es empfiehlt sich, im akuten Notfall einen Mundschutz zu tragen. Allerdings ist das nur eine Ergänzung zu den bereits genannten Maßnahmen und deshalb nur ein bedingter Schutz.
Nicht zuletzt wegen der rasanten Ausbreitung des H1N1-Virus raten immer mehr Ärzte besonders Urlaubern zu vorsorglichen Schutzimpfungen etwa gegen Hepatitis A oder Masern. Allerdings gilt dieses Risiko nicht allein für Touristen, sondern auch für daheim gebliebene. Statistisch gesehen waren die meisten Todesopfer, die bis jetzt zu beklagen sind, bereits durch Vorerkrankungen geschwächt. Hierzu gehören unter anderem Leberschädigungen oder andere chronische Erkrankungen. Diese Risikogruppe sollte deshalb bei einer Massen-Impfungaktion bevorzugt behandelt werden.
Wegen der starken Verbreitung hat die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Pandemieplan in sechs Schritten erarbeitet, der zurzeit gilt.

