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Schweinegrippe H1N1

Bislang verhält sich die Schweinegrippe, die in Fachkreisen H1N1 heißt, relativ ruhig. Zwar kam es weltweit zu ersten Ansteckungen, doch bisher hat sie nur wenige Opfer gefordert. Experten vermuten daher einen aggressiveren Ausbruch der Schweinegrippe auf der Nordhalbkugel in den Wintermonaten, also der üblichen Grippezeit. Sollten sie Recht behalten wird bis dahin immerhin wertvolle Zeit gewonnen, Zeit die dringend benötigt wird um Impfstoffe herzustellen.

Siebzig Prozent des weltweit benötigten Impfstoffs werden in Europa produziert. Angesichts der Dichte an Pharmaunternehmen hierzulande scheint diese Tatsache nicht verwunderlich, doch sie ruft auch Skeptiker auf den Plan. So können zum Beispiel die USA ihren eigenen Bedarf an Impfstoffen gegen den Erreger H1N1 nicht selbst decken. Sie haben Verträge mit europäischen Unternehmen über die Belieferung abgeschlossen. Bei diesen Verträgen handelt es sich nicht um zwischenstaatliche Abkommen, sondern Privatverträge.

Doch was sind diese Verträge wert? fragen sich Experten. Die meisten Staaten können nach ihrer Gesetzeslage im Ernstfall die im Inland produzierten Impfstoffe zur Deckung des eigenen Bedarfs beschlagnahmen. Dadurch käme es zu erheblichen Verzögerungen bei der Belieferung anderer Länder, die keine ausreichende Produktion im eigenen Land gewährleisten können. In die abgeschlossenen Verträge wurden eigens Klauseln eingebaut, die genau in diesem Fall greifen und der eigenen Regierung alle Rechte einräumen.

Der Juraprofessor David Fidler (Indiana University – USA) vergleicht Impfstoffe gegen den Erreger H1N1 mit Lebensmitteln während einer Hungersnot. Außerdem verweist er warnend auf die Geschehnisse der letzten beiden Pandemien 1957 und 1968. Impfstoffe wurden von den Exportländern damals erst freigegeben, nachdem der eigene Bedarf gedeckt war.

Trotz Warnungen von Experten planen die ersten Regierungen Massenimpfungen ihrer Bevölkerung. Ganz vorne mit dabei ist Großbritannien. Sie wollen im August mit der Umsetzung ihrer Pläne beginnen. Italien will im Winter folgen. Aus medizinischen Fachkreisen werden immer wieder mahnende Stimmen laut, die daran erinnern, dass noch keinerlei Erkenntnisse über Nebenwirkungen existieren und man die Bevölkerung mit derartigen Massenimpfungen einem unnötigen Risiko aussetze.

Letztendlich hoffen wohl alle, dass der Schweinegrippevirus sich weiterhin so ruhig verhält, wie bisher, denn dann wird es wohl kaum zu einer Impfstoffknappheit kommen.

Weitere ausführliche Informationen zur Schweinegrippe finden sie hier im Blog unter www.h1n1.ch

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